Ist die Schule sitzen geblieben? EU-Projekt schafft optimale Lernumgebung.

Evaluierung

Zusammen mit der WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg wurde in einem zweistufigen Verfahren evaluiert, welche Veränderungen die neu gestalteten Räume bringen.


Als Langzeitstudie und über standardisierte Erhebungsmethoden wurden gezielt die SchülerInnen und LehrerInen hinsichtlich ihrer Wahrnehmungen einer herkömmlichen Schulklasse (Klasse "ALT") und einer neu gestalteten Schulklasse (Klasse "NEU") befragt. Im Vordergrund steht dabei die qualitative Forschung.


Für die Lehrenden ist die Klasse "ALT" vor allem: aufdringlich, überladen und abweisend. Die Klasse "NEU" empfinden sie als freundlich, entgegenkommend, aufgleichend.


Für die SchülerInnen ist die Klasse "ALT" vor allem chaotisch, bescheiden und konservativ. Die neu gestalteten Klassenzimmer erleben sie als geordnet, entgegenkommend und abwechslungsreich.






Eindrücke der Lehrenden zur Klasse "NEU"

"Soll es weiter verfolgt werden das Projekt? Ich würde eher anders sagen: Wenn man nicht weitermachen würde, wäre das Wahnsinn."


"...das ist mir jetzt im Nachhinein eigentlich bewusster geworden, seit ich jetzt wieder unten bin (in der Klasse "ALT" / Anm.), dass die angemalten Wände, die verschieden angemalten Wände, da sind ja alle möglichen Motive drauf, dass die eigentlich echt Unruhe bringen..."


"...die Kinder sind, kommt mir vor, auch etwas ruhiger...der Lärmpegel ist ein bisschen weiter herunten. Und ich habe in dieser Klasse "NEU" das Gefühl, dass die Schüler ein bisschen näher da sind. Also, sie sind nicht so auseinander gestreut, obwohl die Klasse gleich groß ist."


"Also, es ist schon ein bisschen ein Ruck durch die Schule gegangen. Z.B. haben die Schüler einer Klasse jetzt in Eigenregie schon einmal die Klasse neu gestrichen, weil sie sich einfach in ihrer Klasse nicht mehr wohl gefühlt haben."


Gemeindevertreter zur Klasse "NEU"

"...wichtig ist die Raumatmosphäre, die dadurch entsteht. Das ist eigentlich für mich persönlich der Kernpunkt des ganzen Projektes. Dass man sagt: fühle ich mich jetzt als Schüler oder als Lehrer da drinnen wohl oder nicht? Und da muss man sagen, da gibt es schon eklatante Unterschiede zwischen den alten und den neuen Klassen. ... Und sobald da drinnen geredet wird oder mehr als drei Leute reden, ... hört man und empfindet man auch, dass da ein gravierender Unterschied ist zu anderen Räumen."


Gemeindevertreter über Perspektiven

"...ich glaube, dass es eine Wertung der Gesellschaft ist, wie ich mit Bildungseinrichtungen umgehe. Klassenräume, die 25 Jahre nicht verändert werden, das ist eigentlich ein trauriges Beispiel, wie nichts passiert. Wenn wir nichts in die Bildung investieren, und wenn man den Kindern die Freude nimmt am Schule gehen, wie sollen sie dann etwas lernen? Motivation passiert halt auch über Formen und moderne Klassenräume, über eine ordentliche Ausstattung. Ein gewisses Selbstbewusstsein, weil ich da drinnen bin, und wir so schöne Klassenräume haben."


Ausblick

Wir können bestehende Architektur nicht verändern, deshalb müssen wir sie menschlich erträglich gestalten!


Das weiterführende Ziel ist, dieses erprobte Konzept der modulartigen Raumgestaltung auch in anderen Schulen und Bildungseinrichtungen voranzutreiben. Wenn sich eine Schule der Wichtigkeit der Lernräume bewusst ist, sollte es ihr durch dieses modulartige Konzept möglich werden, die nutzergerechten Renovierungen stufenweise, je nach Budget, durchzuführen.


Vollständige Evaluierung als PDF downloaden