Ist die Schule sitzen geblieben? EU-Projekt schafft optimale Lernumgebung.

Projektbeschreibung

Die Projektidee

In Zeiten ständig steigender Anforderungen an die Menschen, ist es unerlässlich, das Thema der bewussten Farb-Raum-Gestaltung in die Arbeitswelt mit einzubeziehen.


Farb-Raum-Gestaltung heißt nicht nur farbige Wände zu schaffen, sondern den Raum als Ganzes zu erfassen: die geografische Lage, die Lichtverhältnisse, die Raumkubatur, das Raumklima, der Zweck des Raumes und die Nutzerstruktur wollen beachtet werden.


Mit dem Pilotprojekt "Ist die Schule sitzen geblieben?" hat Initiatorin Rosa Sendlhofer, ausgebildete Farbgestalterin und Farbdesignerin, für dieses Thema stellvertretend die Lernumgebung der Jugendlichen gewählt. Im konkreten Fall wurden zwei Klassenzimmer der Hauptschule Bad Hofgastein optimiert.


Pilotprojekt Klassenzimmer

Das Klassenzimmer ist der tägliche "Arbeitsplatz" tausende SchülerInnen und Lehrender. Die Raumstruktur ist seit Jahrzehnten unverändert: schlechte Lichtverhältnisse, triste Farben, unruhige Wandgestaltung, hallende Akustik, unveränderte Sitzanordnung. Erwiesen ist, dass ein angenehmer Arbeitsplatz die Leistungsfähigkeit hebt, die Leistungsbereitschaft steigert und das soziale Verhalten positiv beeinflusst.


Das Ziel

Mit verantwortungsbewusst-finanziellem Aufwand Klassenzimmer innovativ umzugestalten und Bedingungen für zukunftsorientierten Unterricht zu schaffen. Das ist das Ziel dieses im Rahmen von LEADER und der Gemeinde Bad Hofgastein unterstützten Pilotprojektes.


Die Optimierungsschritte

Wie schafft man eine innovativ-motivierende Lernumgebung? Wie kommt Lebens- und Lernfreude in die Lernräume?


Mögliche Optimierungsschritte sind

  • durch harmonische Farben ein Lernumfeld schaffen, das konzentriertes Arbeiten fördert
  • gute, ermüdungsfreie Lichtverhältnisse schaffen
  • durch gute Akustiksituation den Lärm- und Gesprächspegel senken
  • durch Raumstrukturierung flexible Lerngruppen ermöglichen
  • zeitgemäße Materialien verwenden (Holzverbau, Bodenbelag etc.)
  • innovative Medienausstattung (Beamer, Präsenter etc.)

Die so gestaltete Lernumgebung leistet wesentliche Beiträge

  • zur Vermeidung von Vandalismus, denn was man liebt zerstört man nicht
  • zur Senkung des Frust- und Gewaltpotenzials durch angenehme Licht- und Akustikverhältnisse
  • zur Steigerung des sozialen Miteinanders durch veränderte Sitzanordnung und Räume des Begegnens
  • zum lustvollen Lernen durch adäquate Farbgebung und moderne Materialien.

Die Nachhaltigkeit

Wichtig für die Nachhaltigkeit dieses Projektes ist,

  • dass man jederzeit mit den geringfügigen Optimierungen beginnen kann
  • dass es sogar sinnvoll ist, die Klassenzimmer Schritt für Schritt zu verändern, zu entwickeln
  • dass es nicht die großen Projekte sind, die realisiert werden müssen (und dann oft mit nur mäßigem Erfolg umgesetzt werden)
  • dass der Wille der Beteiligten bereits der wichtigste Meilenstein ist
  • dass mit gezieltem Zusammenbringen der Wünsche der Nutzer (SchülerInnen, Lehrende, SchulleiterInnen), der bewussten Verantwortung der Schulerhaltenden und einem/r engagierten GestalterIn bannbrechende Ergebnisse möglich sind, ohne finanzielle Grenzen zu sprengen.

Projektumsetzung

Im April 2008 startet das LEADER-Projekt "Ist die Schule sitzen geblieben?" an der Hauptschule Bad Hofgastein. Hier wurde die Idee von Beginn an sehr positiv aufgenommen. Dank der Unterstützung von Bürgermeister Bendedikt Lang und Bauamtsleiter Ing. Gotthard Schappacher konnten im Sommer 2008 zwei Räume in prototypische Klassenräume umgestaltet werden. Zahlreiche Arbeiten wurden dabei in Eigenregie der Gemeinde (d.h. Bauamt) übernommen.


Schüler in Farbgestaltung mit einbeziehen

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der zwei Klassen erarbeitete Rosa Sendlhofer das Farbkonzept für die Umgestaltung. Einerseits wurde nach den Wünschen der Schüler gearbeitet und andererseits farbpsychologische Grundsätze beachtet.




Tischanordnung mit Stauraum

Geänderte Tischanordnungen fördern gemeinsames Lernen sowie individuelleren Unterricht. Der Klassenraum NEU teilt sich in Arbeitsbereich, Stauraum und Wohlfühlbereich.




Akustiksituation

Das Senken des Lärm- und Geräuschpegels im Raum fördert nachweislich konzentriertes Arbeiten im Raum.


Lichtverhältnisse

Innovatives Lichtsystem ermöglicht ermüdungs- und blendfreies Arbeiten, fördert die Konzentrationsfähigkeit und senkt die Stromkosten.




Nutzergerechte Klassenzimmer

Wichtig bei der Optimierung der Räume ist, die Nutzer in den Veränderungsprozess mit einzubeziehen. Das schafft eine bessere Identifizierung mit den Räumlichkeiten und verbessert die gesamte Lernsituation.


Folder-Download

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